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Leistungsfähig, aber ständig müde

Viele Führungskräfte schlafen ausreichend.
Sie halten Termine ein, treffen Entscheidungen, tragen Verantwortung – und funktionieren.
Und dennoch ist da diese Müdigkeit, eine tieferliegende Form von Mattigkeit, ein Gefühl von innerer Schwere, verminderter Präsenz oder fehlender Frische, selbst nach Wochen ohne akuten Schlafmangel.
Die naheliegende Erklärung lautet meist: Stress.
Oder: zu viel Arbeit.
Oder: das Alter.
Doch diese Erklärungen greifen häufig zu kurz.


Müdigkeit als Signal – nicht als Defizit
Aus gesundheitspsychologischer Sicht ist Müdigkeit ein wertvolles Signal: Ein Hinweis darauf, dass ein System dauerhaft mehr reguliert, kompensiert oder kontrolliert, als ihm guttut.
Müdigkeit kann durch äußere Belastung entstehen, oft ist es eher die dauerhafte innere Anspannung: ständig wachsam sein, Erwartungen balancieren, Ambivalenzen aushalten, Entscheidungen unter Unsicherheit treffen. Das kostet Energie.


Der blinde Fleck im Führungsalltag
Viele Führungskräfte sind es gewohnt, Energie vor allem über äußere Faktoren zu steuern:
Arbeitszeiten, Pausen, Schlafdauer, Effizienz.
Was dabei oft übersehen wird, ist der innere Zustand, der die Führungsqualität maßgeblich beeinflusst. Werden Entscheidungen aus Klarheit oder aus Druck getroffen? Werden Gespräche aus innerer Ruhe oder aus unterschwelliger Anspannung geführt?
Dieser innere Modus wirkt dauerhaft auf das Nervensystem – und damit auf das persönliche Energiereservoir. Müdigkeit entsteht dann häufig, weil das System nicht mehr regenerieren kann. Wenn innere Spannungen oder ungelöste Konflikte den Tag prägen, bleibt der Körper auch nachts in einem erhöhten Aktivierungsmodus. Er schläft – aber er erholt sich nicht vollständig. Das erklärt, warum viele Menschen morgens aufwachen und sich dennoch nicht erholt fühlen.
In meinem Leadership-Podcast „Gesund führen“ gehe ich dieser Form von Müdigkeit genauer nach: Wo sie wirklich entsteht, warum sie in Führungsrollen so verbreitet ist
und was ein salutogener Blick dazu beitragen kann, Energie nicht nur zu managen,
sondern nachhaltig zu stabilisieren.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst,
könnte die Episode für dich einige neue Aha-Momente bereithalten.
👉 Hier geht es zur Podcast-Folge:
Leistungsfähig, aber ständig müde – warum Schlaf oft nicht das eigentliche Thema ist

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✨ Jahreswechsel: Warum die Rauhnächte mehr sein könnten, als wir denken

Es gibt Momente im Jahr, in denen die Zeit anders wirkt. Um das wahrzunehmen brauchen wir ein bisschen Abstand von dem ganzen (Weihnachts-)Trubel. Dann merken wir:
Etwas wird still. Altes verharrt. Neues zeigt sich noch nicht ganz.

Viele Kulturen nennen diese Phase die Rauhnächte – und vielleicht hast du davon schon gehört, vielleicht auch nur vage. Für manche sind sie ein mystisches Ritual, für andere einfach Tradition. Und doch: Wer sich einmal bewusst darauf einlässt, spürt oft, dass hier etwas geschieht, das sich schwer in Worte fassen lässt. Für mich war es dieses Jahr endlich zu weit: Ich bin mal nicht nach Deutschland gereist zur Familie, sondern in Marokko geblieben (echt kalt und regnerisch hier!). Ich habe mir Zeit genommen, mich zurückzuziehen und wahrzunehmen.

Gerade für Menschen, die viel Verantwortung tragen, kann diese Zeit überraschend kraftvoll werden:
Sie schenkt einen Moment, in dem wir nicht reagieren müssen — sondern lauschen dürfen.
Nicht planen.
Nicht optimieren.
Sondern fühlen, was in uns bereits längst in Bewegung ist.
Vielleicht ist genau das der Punkt:
Die Rauhnächte geben uns einen Rahmen, in dem Wandel nicht wie Druck wirkt — sondern wie eine Einladung.

In meiner neuen Podcast-Episode nehme ich dich mit in diese besondere Schwellenzeit:
Wir erkunden, warum gerade diese Tage so eindrücklich wirken können, welche Rolle innere Stille für gesunde Führung spielt — und wie kleine, bewusste Momente neue Klarheit entstehen lassen. Ohne Pathos. Mit viel Respekt für unterschiedliche Zugänge — auch für diejenigen, die Spiritualität bisher eher auf Abstand halten.

Wenn du neugierig bist, was die Rauhnächte für dich bedeuten könnten, dann hör gern hinein — vielleicht entdeckst du etwas, das du nicht erwartet hast


👉 Zur Podcast-Episode geht’s hier: 307 – Kraft im Wandel: Rauhnächte und Leadership

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Emotionale Blockaden erkennen und lösen – Emotionen als Navigationssystem: Warum wir sie nicht länger unterschätzen dürfen

Viele Führungskräfte arbeiten in einem Umfeld, in dem Klarheit, Geschwindigkeit und Effizienz zählen. Emotionen wirken da oft störend – vor allem die unangenehmen. Doch genau dieses Wegdrücken kostet langfristig Energie, Gesundheit und innere Stimmigkeit.
Emotionen sind nicht das Problem.
Ihr Ignorieren ist es.

Was Emotionen wirklich sind
Das Wort „Emotion“ bedeutet ursprünglich „Energie in Bewegung“. Jede Emotion – ob angenehm oder unangenehm – ist ein Signal, dass etwas Bedeutung hat. Unterdrücken wir diese Impulse, bleibt diese Energie im Körper stecken.

Das spüren wir dann in Form von Anspannung, Erschöpfung, Gereiztheit oder dem Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. Warum wir Gefühle vermeiden
    •    Souveränitätsanspruch: Negative Gefühle gelten als unprofessionell.
    •    Alte Glaubenssätze: „Reiß dich zusammen“ wirkt oft bis ins Erwachsenenleben.
    •    Neurobiologie: Das Nervensystem bevorzugt Bekanntes – selbst negatives Bekanntes.
Doch Emotionen verschwinden nicht, nur weil wir sie nicht fühlen wollen.

Emotionen können als „eingeschlossene Energie“ im Körper verbleiben. Sie beeinflussen Verhalten, innere Spannung und Entscheidungsfähigkeit. Sie lähmen uns bisweilen sogar.

In meiner neuen Podcastfolge beschreibe ich ein Werkzeug zum Lösen emotionaler Blockaden. Höre hier in Folge 306 rein. Dann wird klar: Emotionen sind nicht das Gegenteil von Professionalität. Sie sind ein essenzieller Teil deiner Führungsintelligenz. Wenn du sie als Ressource statt als Störung begreifst, entsteht echte Kohärenz – und damit die Basis für salutogene, gesunde Führung.

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🌿 Hormonelles Ungleichgewicht: So treibst du dich in die Erschöpfung…

Viele Menschen denken bei Erschöpfung an zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf oder Stress.
Doch was, wenn die wahren Ursachen viel tiefer liegen – in einem System, das jeden Gedanken, jede Emotion und jede Entscheidung beeinflusst: deinem Hormonsystem? Drei wichtige Impulse dazu:

  1. Den unsichtbaren Teufelskreis füttern: Dauerstress und Cortisol
    Unser Körper ist genial gebaut, um mit Belastung umzugehen. Kurzfristig hilft Cortisol uns, wach, konzentriert und leistungsfähig zu bleiben. Doch wenn der Druck nie endet, kippt das System: Die Nebennieren produzieren ständig Stresshormone – bis sie irgendwann nicht mehr können. Dann fühlt sich selbst Schlaf nicht mehr erholsam an.
    Du wachst müde auf, reagierst gereizt, dein Fokus lässt nach – und dein Körper läuft im Überlebensmodus, obwohl keine Gefahr besteht.
  2. Wichtige Symptome ignorieren – oder falsch deuten
    Vielleicht denkst du bei Stressignalen: „Ich muss einfach mal abschalten.“ „Es ist nur eine Phase.“
    Doch der Körper kommuniziert klarer, als wir denken.
    Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, niedriger Antrieb – all das sind biochemische Botschaften. Wer sie überhört, riskiert langfristig hormonelle Dysbalancen, die sich nicht mehr durch Ruhewochenenden oder Vitamintabletten korrigieren lassen.
  3. Nur im Kopf nach Lösungen suchen
    Wenn Erschöpfung auftritt, suchen viele sofort nach mentalen oder organisatorischen Lösungen: mehr Planung, bessere Zeitstruktur, mehr Disziplin. Doch genau das verschärft oft die hormonelle Schieflage. Unser Hormonsystem braucht Vertrauen, Sicherheit, nicht Kontrolle. Erst wenn dein Nervensystem versteht, dass es „wieder beachtet wird“ „sicher ist“, regulieren sich Cortisol, Progesteron, Insulin und Schilddrüsenhormone von selbst. Es braucht das Abschalten. Bei sich sein. Nach Innen schauen. Das ist keine Esoterik, sondern Neurobiologie. Wenn du lernst, die Sprache deines Körpers zu verstehen, findest du den Schlüssel zu nachhaltiger Energie und klarer Selbstführung.

    Mehr dazu in meiner neuen Podcast-Folge: Episode 305 – Hormonelles Ungleichgewicht? Die 3 größten Fehler, die dich in die Erschöpfung treiben
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Perfektion – die unsichtbare Falle für Führungskräfte

Kaum ein Wort wird so oft mit Erfolg gleichgesetzt – und kaum ein Phänomen ist so zerstörerisch für Gesundheit und Führungsqualität.
Vielleicht kennst du das: Du willst Vorbild sein, darfst keine Fehler zeigen, glänzend wirken, alles schaffen, stark sein – und irgendwann sitzt du da, völlig leer. Perfekt nach außen, ausgebrannt nach innen.
 
Perfektionismus ist ein Teufelskreis. Kritik und vermeintliches Scheitern wird auf mangelnde Perfektion geschoben. Das führt dazu, dass der Perfektionist beim nächsten Mal noch verbissener an die Sache rangeht und sich selbst enormen Druck macht. Perfektionisten fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen, sie grübeln häufig über die Richtigkeit vergangener Entscheidungen. Die Angst vor dem Scheitern, vor der Kritik lähmt. Häufig wird der eigene Wert mit dem Erreichen unverhandelbarer Standards, Bedingungen und der eigenen Leistung gleichgesetzt. So schade!
 
Studien zeigen, dass Perfektionismus in den letzten 30 Jahren massiv zugenommen hat. Dabei ist er einer der stärksten Risikofaktoren für Burnout. Neurowissenschaftlich wissen wir: Dauerstress durch Perfektion hält den Sympathikus ständig erregt, Cortisol bleibt hoch, das Gehirn verliert seine Fähigkeit zur Regeneration. Heißt: Je perfekter wir sein wollen, desto mehr Fehler riskieren wir. Wir zeigen auch eine ganze Bandbreite von Krankheitssymptomen: Panikattacken, Angst- und Zwangsstörungen, Depression, Essstörungen…

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Selbstsabotage – halten wir zu viel Glück nicht aus?

Es ist oft erstaunlich, wie viele innere Ängste wir mit uns tragen, ohne sie wirklich bewusst wahrzunehmen. Menschen haben oft eine unbewusste „innere Thermostat-Einstellung“ für Glück, Erfolg oder Wohlbefinden. Wird dieser Sollwert überschritten, setzt Selbstsabotage ein: Streit, Aufschieben, Schuldgefühle, Krankheit oder Perfektionismus.
Glück und Leichtigkeit können innere Ängste triggern: „Darf ich es mir erlauben?“ – „Habe ich es verdient?“ – „Was, wenn es wieder verloren geht?“ Statt Freude zuzulassen, erzeugen wir Probleme, um ins gewohnte Stressniveau zurückzufallen. Unser Nervensystem ist auf Homeostase ausgerichtet. Anhaltend hohe positive Erregung kann für ein überlastetes System genauso ungewohnt sein wie Stress. Das autonome Nervensystem reguliert dann zurück – auch durch unbewusste Selbstsabotage.

Ein wichtiger erster Schritt ist es, sich dieser unbewussten Blockaden überhaupt bewusst zu werden. Dazu kann man beispielsweise mit einfachen Reflexionsübungen oder Journaling beginnen, um die eigenen Gedanken und Gefühle festzuhalten. Ein nächster konkreter Schritt ist, sich inspirierende Quellen wie Bücher oder Seminare zu suchen, die dabei helfen, diese Ängste zu identifizieren und loszulassen. So kann man Schritt für Schritt zu einem neuen Level an Selbstwirksamkeit gelangen, indem man lernt, die eigenen inneren Barrieren bewusst anzugehen und nach und nach zu überwinden. Mehr dazu in meiner neuen Podcast-Folge 303: Entfessle deine innere Kraft 

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Hormonelles Ungleichgewicht – und was dein Körper dir damit sagen will

Du wachst morgens müde auf, obwohl du eigentlich genug geschlafen hast.
Du bist gereizter als früher, brauchst mehr Kaffee, mehr Ruhe, mehr Abstand – bekommst aber nichts davon wirklich.
Du kämpfst mit Schlafproblemen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationslöchern oder einer leisen Erschöpfung, die du niemandem so recht erklären kannst.
Und während du dich weiter durch deinen Alltag schleppst, denkst du manchmal:
„So richtig stimmig fühlt sich das alles nicht mehr an.“
Willkommen in einem Zustand, den Millionen Menschen erleben – aber fast niemand benennt:
eine hormonelle Dysbalance.

Was ist ein hormonelles Ungleichgewicht?
Dein Körper produziert täglich Hunderte Botenstoffe – darunter die sogenannten Hormone.
Sie steuern praktisch alles:
    •    wie du dich fühlst
    •    wie du denkst
    •    wie du schläfst
    •    wie viel Energie du hast
    •    ob du dich im eigenen Körper wohlfühlst
    •    ob du dich noch wie du selbst erlebst
Cortisol, Östrogen, Progesteron, Testosteron, Insulin oder Schilddrüsenhormone:
Wenn diese fein abgestimmten Systeme aus dem Gleichgewicht geraten –
spürst du das. Aber oft nicht als „klassische Krankheit“, sondern als diffuse Veränderung deines Lebensgefühls: Du bist nicht krank – aber auch nicht mehr ganz gesund.

Warum hormonelle Störungen oft übersehen werden
Der Grund ist einfach:
Unsere Gesellschaft versteht Krankheit oft erst, wenn sie messbar, sichtbar oder dramatisch ist.
Aber hormonelle Ungleichgewichte entstehen schleichend – sie verändern Stimmung, Körperempfinden, Selbstbild, Energiehaushalt.
Was häufig passiert:
    •    Symptome werden als „Stress“ abgetan
    •    Frauen bekommen die Pille oder ein Antidepressivum
    •    Männer greifen zu Kaffee, Alkohol oder Amphetamine
    •    Blutwerte sind „unauffällig“ – also wird nichts unternommen
Was bleibt, ist ein Körper, der nicht gehört wird und immer weniger „funktioniert“.

Mehr dazu in der Leadership-Podcast Folge 302 „Die drei häufigsten Hormonkiller“ und im Live-Webinar „Warnsignale des Körpers“ – Hormonelle Störungen verstehen und einordnen

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Empathie beginnt bei mir: Warum gesunde Führung radikal ehrlich ist

„Wie geht’s dir wirklich?“ – Diese Frage stellen Führungskräfte oft anderen. Selten sich selbst.
Viele Menschen, die als empathisch gelten, sind gute Zuhörer:innen, freundlich, verständnisvoll.

Doch diese scheinbare Stärke hat eine Schattenseite:
Sie kostet Kraft – und manchmal die Verbindung zur eigenen Wahrheit.

Empathie wird oft als Werkzeug zur Verständigung mit anderen gesehen. Was dabei untergeht: Die eigentliche Quelle gesunder Kommunikation liegt in mir – in meinem Zugang zu meinen Gefühlen, meinen Bedürfnissen, meinen Werten.

Empathie ist nicht nett – sie ist wahrhaftig.
In unserer Leistungskultur wird „Empathie“ oft missverstanden – als Strategie, um Harmonie zu sichern, Spannungen zu glätten, Konflikte zu entschärfen.

Das kann schnell in eine egozentrische Falle führen: Ich höre zwar zu, aber nur, solange es in mein Weltbild passt. Ich zeige Verständnis – aber nur, um Einfluss zu nehmen. Ich erscheine empathisch – doch im Inneren laufe ich auf dem Zahnfleisch.

Diese Art von Empathie funktioniert nicht.
Sie ist nicht gesund. Und sie führt zu einem gefährlichen Ungleichgewicht:
Führungskräfte, die immer wieder ihre eigenen Grenzen übergehen, weil sie nicht gelernt haben, mit sich selbst in Kontakt zu bleiben, brennen aus.

In meinem neuen Podcast-Gespräch mit Markus Fischer, langjähriger Trainer, Autor und Podcaster im Bereich Gewaltfreie Kommunikation, haben wir genau darüber gesprochen:
Was bedeutet es, mich selbst empathisch wahrzunehmen – und wie verändert das mein Führungsverhalten?

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Die Innere Haltung stärken – oder: Wie man innerlich gerade steht, auch wenn’s draußen stürmt

Es gibt Tage, da fühlt man sich wie ein Stück Treibholz im Alltagsorkan. Die To-do-Liste wächst schneller als das Unkraut im Vorgarten, das Meeting jagt das nächste, und irgendwo zwischen E-Mail 97 und Kaffeetasse drei fragt man sich: Bin ich eigentlich noch der Mensch, der ich morgens im Spiegel begrüßt habe?

Spoiler: Die Antwort hat viel mit deiner Inneren Haltung zu tun.

Wenn wir von Haltung sprechen, denken viele zuerst an Rückenübungen und orthopädische Stühle. Und ja, Haltung hat auch mit Rückgrat zu tun – aber eben nicht nur körperlich. Es geht um deine Innere Haltung: die Art, wie du auf dich selbst, andere Menschen und die Welt blickst.
Die schlechte Nachricht: Eine aufrechte Innere Haltung bekommst du nicht auf Rezept.
Die gute Nachricht: Du kannst sie trainieren. Und das sogar mit einer Prise Humor.

Was Innere Haltung nicht ist
·       Ein Dauergrinsen, das selbst im Chaos noch strahlt wie ein Weihnachtsstern
·       Die perfekte Morgenroutine mit Yoga, Meditation und Journaling
·       Eine emotionale Firewall, die alles Unangenehme abwehrt
Innere Haltung heißt nicht, immer alles im Griff zu haben.
Es heißt vielmehr, bei sich zu bleiben, gerade wenn man nichts im Griff hat.
 
Führungskräfte (und ehrlich gesagt auch der Rest der Menschheit) laufen Gefahr, sich von äußeren Maßstäben treiben zu lassen: Effizienz, Zielerreichung, Performance. Klar, das braucht es auch. Aber wenn du nicht weißt, von wo aus du führst, wird Führung schnell zur reinen Reaktion.
Innere Haltung gibt Orientierung – nicht als Regelwerk, sondern als Kompass. Sie hilft dir, in Konflikten präsent zu bleiben, Entscheidungen zu treffen, die mit deinen Werten im Einklang stehen, ohne auszubrennen wie ein Adventskranz an Silvester.
In der aktuellen Podcastfolge spreche ich mit Moritz Küffner – einem Menschen, der weiß, wie wichtig Worte sind und hinter die Fassaden schaut.

Wir reden über:
🎙️ Die Kraft der Reflexion
🎙️ Warum Haltung kein Zustand, sondern ein Prozess ist
🎙️ Und was das alles mit Führung und Gesundheit zu tun hat


➡️ Hier reinhören: Podcastfolge: Die Innere Haltung stärken – ein Gespräch mit Moritz Küffner

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Wo ist der Notausgang, wenn’s brennt…?

Stell dir vor, dein Berufsalltag ist ein brennender Wald. Und du bist – Überraschung! – der oder die einzige mit einem Feuerlöscher. Herzlichen Glückwunsch! Willkommen im Club der Professional Selbstgefährder, auch bekannt als Menschen mit hoher Leistungsbereitschaft, die alles (her-)geben, sogar ihre Gesundheit.

Du hilfst, wo du kannst. Du siehst einen Missstand und dein innerer Superheld springt zur Stelle. Du gibst dein Bestes – sogar, wenn dein „Bestes“ schon irgendwo unter einem Trümmerhaufen aus Überstunden, Schlafmangel und schlechtem Gewissen vergraben liegt.
Und dann wunderst du dich, warum du nicht zu deinen eigenen Projekten kommst. Warum du leer bist. Frustriert. Gereizt. Müde. Warum du Menschen mit Yogamatten und Achtsamkeitstagebüchern leise anfauchst.

Du bist nicht allein. Willkommen im Phänomen der Interessierten Selbstgefährdung.
Wissenschaftlich betrachtet: Was ist interessierte Selbstgefährdung?

Der Begriff stammt aus der Arbeitssoziologie (u.a. von Prof. Dr. Rolf Rosenbrock geprägt) und beschreibt ein paradoxes Verhalten: Menschen gefährden ihre Gesundheit – körperlich wie seelisch – aus eigenem Interesse. Sie brennen für ihren Job, ihr Projekt, ihre Mission. Nur blöd: Brennen ohne Selbstschutz endet irgendwann im Burnout. Oder wie es in der Literatur zur Salutogenese heißt: Ohne Kohärenzgefühl keine Widerstandskraft.

Jetzt könnten wir sagen: „Wäre mein Chef/meine Chefin nur achtsamer!“
„Wenn die Kolleg:innen weniger chaotisch wären!“
„Wenn das System nicht so krank wäre!“
Ja. Wenn.

Doch der entscheidende Punkt ist: Das Umfeld wird sich nicht grundlegend ändern, solange du dich nicht änderst.

Was wirklich fehlt? Nicht ein neuer Arbeitgeber. Nicht eine Welt ohne Anforderungen.
Es fehlt dein innerer Kompass. Die Fähigkeit, zu spüren:
    •    Was will ich eigentlich?
    •    Was tut mir gut?
    •    Und was ist gerade nicht mein Job – auch wenn ich es könnte?

Heldentum war gestern. Kompass ist heute.
Wenn du dir erlaubst, Verantwortung für dich zu übernehmen, ändert sich dein Blick auf die Welt. Du wirst weniger Spielball – und mehr Steuermann oder -frau. Du wirst nicht weniger engagiert, aber klarer. Nicht weniger hilfsbereit, aber gesünder. Mehr dazu in meiner Podcast-Folge 299 „Den Inneren Kompass ausrichten“.

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Loslassen für Fortgeschrittene – Ein Survival-Guide für überengagierte Führungskräfte

Loslassen. Ein Wort, das so einfach klingt – und doch für viele Führungskräfte die wohl größte Herausforderung im Berufsalltag darstellt. Warum? Weil Führung oft mit Kontrolle verwechselt wird. Und weil viele von uns über die Jahre eine Art beruflichen Reflex entwickelt haben: Wenn etwas wichtig ist, dann mache ich es lieber selbst.

Doch dieser Reflex ist tückisch. Er führt dazu, dass wir uns mit To-do-Listen überladen, von Meeting zu Meeting hetzen und am Ende des Tages das Gefühl haben, dass wir zwar viel gearbeitet, aber wenig erreicht haben. Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du hier genau richtig!

Warum Loslassen so schwer ist

Es gibt viele Gründe, warum Führungskräfte dazu neigen, alles selbst machen zu wollen. Hier sind drei der häufigsten:

    1.    Perfektionismus-Falle

„Niemand macht es so gut wie ich.“ Dieser Gedanke ist verführerisch – aber auch gefährlich. Denn er führt dazu, dass du dich mit Aufgaben beschäftigst, die du längst hättest delegieren können.

    2.    Kontrollillusion

„Wenn ich alles selbst mache, habe ich alles im Griff.“ Klingt logisch, oder? Doch in Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Je mehr du dich verzettelst, desto weniger Überblick hast du.

    3.    Helfersyndrom

„Ich will mein Team nicht überfordern.“ Klingt erstmal nett, aber Hand aufs Herz: Indem du ihnen nichts zutraust, nimmst du ihnen auch die Möglichkeit zu wachsen.

Der Survival-Guide für überengagierte Führungskräfte

Wie also gelingt es, loszulassen, ohne dabei das Gefühl zu haben, die Kontrolle zu verlieren? 

Drei Wege, wie man lernt, loszulassen, beschreibe ich kurz und knackig in meiner neuen Podcast-Episode Nummer 298. Hier wird klar: Loslassen ist eine Führungsqualität

Wer loslassen kann, schafft Raum für strategisches Denken, Innovation und – ganz nebenbei – auch für mehr Lebensqualität. Also, sei ehrlich zu dir selbst: Wo hältst du noch zu sehr fest?

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Mut, den eigenen Weg zu gehen

Was braucht es, um den eigenen Weg zu finden? Braucht es bereits zu Beginn des Berufslebens eine klare Vision, gesetzte Ziele und Meilensteine oder kann man einfach auch mal ohne all das weitergehen? Die Gen Z wird oft als „faul“ und „wenig committed“ beschrieben. Meine Erfahrungen mit den jungen Leuten, mit denen ich näher zu tun habe, sind ganz anders: Sie sind sehr diszipliniert, lernen, bringen sich ein, wagen kritische Töne, sehen Verbesserungsmöglichkeiten und sprechen diese offen an. Beeindruckend ist ihre Bereitschaft, eine Balance finden zu wollen, zwischen Privat und Business, zwischen „was gebe ich, was nehme ich mit“. Sie stellen vieles schneller in Frage, als wir es früher getan haben, ohne den Respekt für das bisher Erreichte zu verlieren.
Flora Klepacz, aus der Gen Z, ist systemischer Coach für junge Menschen, die ihren Weg finden möchten. Mit ihr spreche ich in der Podcast-Folge 297 nicht nur über die Herausforderungen und Erkenntnisse ihres eigenen Weges, sondern auch über ihre Botschaft an die Suchenden.

https://floraklepacz.de

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Zufrieden sein kann gefährlich sein.

Da hat mir mein Unterbewusstsein doch tatsächlich einen Brief geschrieben! Offenbar hatte ich in den vergangenen Wochen zu oft im Gespräch gesagt, ich sei „zufrieden“. War ich doch auch, oder nicht? Zumindest dachte ich es, bis die folgenden Zeilen in mein Bewusstsein drangen.

📜 Ein Brief von der Zufriedenheit an dich 😳 

Hallo.

Ich bin’s – die Zufriedenheit.

Du suchst mich oft, hab ich recht? Du glaubst, ich sei das Ziel, der Endpunkt, der Moment, in dem endlich alles gut ist. „Wenn ich dich habe,“ sagst du manchmal, „dann bin ich angekommen.“

Heute schreibe ich dir, weil mich diese Aussage ängstigt. Ich muss dir etwas sagen. Etwas, das du vielleicht nicht hören willst: 𝑰𝒄𝒉 𝒃𝒊𝒏 𝒏𝒊𝒄𝒉𝒕 𝒅𝒂𝒇𝒖̈𝒓 𝒈𝒆𝒎𝒂𝒄𝒉𝒕, 𝒍𝒂𝒏𝒈𝒆 𝒛𝒖 𝒃𝒍𝒆𝒊𝒃𝒆𝒏.

Das ist nicht böse gemeint. Es liegt einfach in meiner Natur. Ich bin wie eine Raststation an der Autobahn – ein Ort zum Durchatmen, um dich zu stärken. Aber ich bin nicht das Ziel deiner Reise. Wenn du zu lange bei mir bleibst, wird es eng. Bequem vielleicht, aber eng.

Weißt du, wer immer an der Tür klopft, wenn du mich zu lange festhalten willst?

Das Wachstum.

Es mag dich stressen, vielleicht auch überfordern. Aber es will, dass du weitergehst. Und ich? Ich lasse dich dann los. Denn Stillstand ist nicht meine Stärke.

Aber hör zu: Ich bin trotzdem wichtig. Ohne mich würdest du ausbrennen. Ich bin der Moment, in dem du innehältst, um zu sehen, was du schon geschafft hast. Dankbarkeit ist meine Schwester. Sie hilft mir, dir zu zeigen, dass du genug bist – genau jetzt.

Also, bitte: Freu dich, wenn ich da bin. 𝑨𝒃𝒆𝒓 𝒎𝒂𝒄𝒉 𝒎𝒊𝒄𝒉 𝒏𝒊𝒄𝒉𝒕 𝒛𝒖 𝒅𝒆𝒊𝒏𝒆𝒎 𝑳𝒆𝒃𝒆𝒏𝒔𝒛𝒊𝒆𝒍.  Dein Weg braucht mehr als mich.

Mit einem Lächeln und einem sanften Schubser,

Deine Zufriedenheit

Mehr dazu in meiner neuen Podcast-Folge 296.

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Nichts geht mehr 

Keine Energie mehr? Keine Motivation? Da steht nicht nur das Neue Jahr vor der Türe – Happy New Year! – sondern auch die alte, unerledigte TO-Do Liste von 2024. Das Hamsterrad rotiert (wenn es noch möglich ist) doch mit der Schnelligkeit, kannst Du nicht mehr mithalten. Dein Körper zeigt Dir unmissverständlich Deine Grenzen. Du willst es nicht wahrhaben, doch es bleibt Dir nichts anderes übrig. Sackgasse. Nichts geht mehr. Du bist wie gelähmt, hältst die Luft an – wo kannst Du Dich verkriechen? 

Nun gilt es, genau hinzuschauen. Manchmal geht das nur mit guter Hilfe durch Freunde oder Coaches, denn unser Reflex ist eher: Einfrieren. Das hilft nicht. Was möglich ist erkläre ich in meiner neuen Podcast-Episode #295: „Produktiv statt gelähmt sein“.

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Schmerzen annehmen und transformieren

Das Letzte, was ich mir angesichts meiner extrem starken Rückenschmerzen vorstellen konnte, war „Annehmen und Akzeptieren“. Jede kleine (falsche) Körperbewegung schoss wie ein Schwertschlag durch meinen Körper. Nervenschmerzen sind besonders übel, nicht wahr? Gedanken wie „Warum jetzt?“, „Wieso ich?“ „Was habe ich falsch gemacht?“ beschäftigen meinen zermürbten Kopf, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden und Ruhe. Der scheint in einem anderen Universum zu Hause zu sein.

Da selbst Schmerzmittel nicht mehr greifen, braucht es Alternativen: Eine bewusste Atmung kann Wunder bewirken, wenn wir uns komplett auf den Atemvorgang konzentrieren und mehr ausatmen, als wir einatmen und zwischen den Atemzügen eine Pause machen. Viele Frauen machen diese Erfahrung während der Geburt ihrer Kinder.

Hilfreich ist dabei – wer kann es glauben – die Annahme der Schmerzen. Wenn ich davon überzeugt bin, dass die Schmerzen die Sprache unseres Körpers sind, dann schaue ich bewusster hin und versuche zu verstehen. Seltsamer Gedanke? Mit Ralf Tiemann, Bewusstseins-Coach, Trainer und Speaker, habe ich mich über Schmerzen und Strategien zur Bewältigung unterhalten. Mehr dazu in meiner Podcast-Folge 294

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