Fülle und Leere

06.01.2022

Lange ist es her, sehr lange und dennoch hoch aktuell: Wir brauchen die goldene Mitte – weder die Fülle noch der Mangel ist erstrebenswert. Aristoteles formulierte in seinem Hauptwerk „Die Nikomachische Ethik“ Thesen  für ein glückliches Leben. Wen wundert es, natürlich befasst er sich ausführlich mit den Werten. Für ihn sind Weisheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und die Mäßigung Schlüsselwerte, die es zu leben gilt. Er unterscheidet zwischen Tugenden des Verstandes und Tugenden des Charakters, die durch Gewöhnung an das richtige Verhalten immer weiter entwickelt werden. Dazu braucht es das rechte Maß – Extreme, wie zuviel oder zuwenig seien schädlich für die Charakterentwicklung. Er bezeichnet die Tapferkeit als das Mittelmaß zwischen Feigheit und Tollkühnheit. 

In der Podcast Episode „Fülle oder Leere“ greife ich dieses Beispiel von Dualismus auf. Auch in unserem Körper geht es um das rechte Maß an Fülle und Leere. Zu viel Energie ist genauso schädlich wie zu wenig Energie. Unser Bewegungsapparat spiegelt den dualistischen Ansatz in den Muskelgruppen wider: Wird ein Muskel angespannt, entspannt ein anderer. Mit diesem Bild vor Auge wird klar, warum nicht jeder Schmerz gleich behandelt werden kann. Es braucht ein tieferes, ganzheitliches Verständnis vom Zusammenwirken der Kräfte. Mehr zu diesem Thema gibt es in der Episode 253. 

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